Das Grosse Heft // Zum Film

Synopsis

Es ist Krieg. Der Vater geht an die Front, die Mutter bringt die beiden dreizehnjährigen Zwillingsbrüder zu ihrer Großmutter aufs Land. Zwei Dinge schärft sie ihnen ein: Immer weiter zu lernen und um jeden Preis zu überleben.

Niemals zuvor haben sie ihre Großmutter gesehen, die als Hexe verschrieen in einem kümmerlichen Gehöft an einem Waldstück nahe der streng bewachten Grenze lebt. Das Leben hier ist so rau wie der Ton der Großmutter. Die Kinder müssen hart arbeiten. Im Dorf nennt man die Großmutter nur „die Hexe“. Auch dort behandelt man die Kinder nicht besser. Schläge und Ungerechtigkeit sind an der Tagesordnung. Ihre Erlebnisse halten sie in einem Schreibheft fest: Eingetragen wird nur, was sich in einem Aussagesatz festhalten lässt. Das, was wahr ist.

Die Jungen beschließen, sich in immer neuen Übungen abzuhärten, um dieser Welt standzuhalten. Übungen, um den Schmerz auszuhalten, die Beleidigungen, den Hunger, die Kälte, die schönen Erinnerungen und die Sehnsucht nach der Zärtlichkeit der Mutter. Sie lernen zu betteln, zu stehlen, zu schlagen, zu lügen, die eigenen Skrupel zu überwinden, sogar zu töten – ganz wie es ihnen die Welt um sie herum vorlebt, deren verlogene Glaubenssätze in Krieg und Vernichtung untergehen. Die Jungen entwickeln eine eigene Moral des Überlebens, die sie auf ihre Weise wahr und falsch, gut und böse unterscheiden und danach handeln lässt. Einer letzten Prüfung wollen die Zwillinge entgehen: der Trennung.

Zum Film

Das Große Heft basiert auf dem weltweit erfolgreichen Roman LE GRAND CAHIER der ungarisch-schweizerischen Autorin Ágota Kristóf, der seit seiner Veröffentlichung 1986 in fast 40 Sprachen übersetzt und u.a. mit dem französischen Preis für europäische Literatur „Livre Europeen“, dem Gottfried-Keller-Preis, dem Österreichischen Staatspreis für Literatur und dem Kossuth-Preis ausgezeichnet wurde. Der ungarische Regisseur János Szász machte sich einen Namen u.a. mit „Witman Boys“ (Cannes Official Selection) und seiner vielfach preisgekrönten WoyczekVerfilmung (u.a. European Film Award: Bester Neuer Film).

Christian Berger zählt nicht erst seit „Das Weiße Band“ zu den renommiertesten europäischen Kameraleuten. Die männlichen Hauptrollen spielen Ulrich Thomsen („Das Fest) und Ulrich Matthes („Der neunte Tag“), als Großmutter brilliert Piroska Molnár. Ihre ersten großen Kinorollen spielen die Zwillinge András und Laszlo Gyemant. DAS GROSSE HEFT wurde bei seiner Uraufführung auf dem Internationalen Filmfestival Karlovy Vary mit dem Hauptpreis als Bester Film ausgezeichnet.